/ Herr Dr. Wolfgang Antweiler

Kontakt

Tel.: 02103 72-360
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wolfgang.antweiler­@hilden.de
Webseite: http://www.hilden.de

Anschrift

Gerresheimer Str. 20a
40721 Hilden 

Aufgaben

SGL Archiv und Museum

Zugeordnete Abteilungen

Stadtarchiv

 

Stadtarchive werden häufig als „das Gedächtnis der Stadt“ bezeichnet. Im Stadtarchiv Hilden werden historische Unterlagen über die Stadt vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart sachgerecht aufbewahrt, gesichert, ausgewertet und für die Benutzung durch die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

Das Stadtarchiv wurde bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg (1947) eingerichtet und verfügt über historisch wertvolle Bestände zur Entwicklung vom agrarisch geprägten Dorf zur Industriestadt Hilden. Grundlage der Arbeit ist das Gesetz über die Sicherung und Nutzung öffentlichen Archivguts im Lande Nordrhein-Westfalen (Archivgesetz Nordrhein-Westfalen - ArchivG NRW) aus dem Jahre 1989 in der Fassung von 2010.

Aktenübernahme, Zwischenarchiv (Altregistratur) und Kassation

Die Übernahme und Sicherung von Akten aus der eigenen Verwaltung gehört zu den Kernaufgaben des Stadtarchivs. Nicht mehr für das Dienstgeschäft benötigte Akten werden aus dem Rathaus übernommen. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen kommunalen Archiven unterhält das Stadtarchiv Hilden auch ein so genanntes „Zwischenarchiv“. Dabei handelt es sich um eine Altregistratur, da ein großer Teil des Materials noch gesetzlichen Aufbewahrungsfristen unterliegt. Daher benötigt das Stadtarchiv ein großes Magazin, das in zwei Rollregalanlagen im Keller unter den Gebäuden Gerresheimer Straße 20a und 20b untergebracht ist. Nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist wird das Material bewertet, archivwürdiges Material in den Bestand des Archivs integriert und für die Nutzung erschlossen. Nicht archivwürdiges Material wird unter Beachtung des Datenschutzes vernichtet (kassiert).

Übernahme privater Unterlagen

Neben städtischen Unterlagen übernimmt das Stadtarchiv auch Dokumente von Privatpersonen und Körperschaften. Das Stadtarchiv ist stets bestrebt, als Wissensspeicher und Informationsforum das gesamte Geschehen in der Stadt zu dokumentieren und bemüht sich daher aktiv um Dokumente aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Vereinsleben und Presse. 

Personenstandsregister

Mit dem Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG, seit 01.01.2009) fiel dem Stadtarchiv eine neue Aufgabe zu. Bis Ende 2008 wurden die Familienbücher (Personenstandsregister wie Eheregister, Geburtenregister und Sterberegister) in den Standesämtern aufbewahrt. Dort wurden lediglich Einzelauskünfte über die direkten Vorfahren mit Urkunden erteilt. 

Seit dem 01.01.2009 wurden diese Unterlagen durch Gesetz Archivgut und somit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Seit der Übernahme der Bücher (ca. 90 Bände Geburtsregister bis 1901, ca. 120 Bände Heiratsregister bis 1931 und ca. 170 Bände Sterberegister bis 1981 zuzüglich 50 Ordner Sammelakten) im März 2009 hat das Stadtarchiv auch die Aufgabe der Auskunftserteilung vom Standesamt übernommen. Jährlich wird künftig ein weiterer Jahrgang vom Standesamt hinzukommen, so dass der Bestand kontinuierlich ansteigen wird. Zu den Nutzern gehören neben Genealogen (Familienforschern) auch Anwälte und Gerichte bei Ermittlungen in Erbschaftsangelegenheiten.

Um die Nutzung künftig zu erleichtern und die Originale zu schonen wurde begonnen, die Bücher zu digitalisieren. Ziel ist es, Nutzern künftig das Material digital an einem PC-Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Da hierfür keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stehen und alle Arbeiten sukzessive mit eigenen Ressourcen erledigt werden, wird sich dieser Prozess über Jahre hinziehen.

Service

Neben 20 Stunden Öffnungszeit pro Woche gibt es zahlreiche individuelle Beratungen nach Terminabsprache. Die Tendenz zur Beantwortung von Anfragen per E-Mail hat sich 2012 weiter fortgesetzt. Der Versand von Material per E-Mail als jpg-Datei, u.a. Fotos, ohne dass die Nutzer das Stadtarchiv persönlich aufsuchen müssen, hat sich beinahe als Standard entwickelt. Zu den besonderen Stärken des Stadtarchivs gehört die umfangreiche Zeitungssammlung (Zeitungen ab 1869, zum größten Teil verfilmt, inzwischen teilweise auch digital), die nach wie vor stark genutzt wird. Zur Verbesserung des Services konnte der Anteil der digital vorliegenden Zeitungsjahrgänge erhöht werden.

Die Zahl der digital vorliegenden Fotos wurde in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Die schnelle Bereitstellung von Fotos aus einer großen Auswahl in digitaler Form gehört inzwischen zu den großen Stärken des Hildener Stadtarchivs. In der speziellen Archivsoftware FAUST sind die Fotos erfasst und über eine Datenbank recherchierbar.

Das Stadtarchiv verfügt über eine kleine Präsenzbibliothek mit Literatur über Hilden, die Nachbarstädte und zu übergreifenden historischen Themen.

Stadtarchiv Hilden im Internet

Über das Internetportal www.archive.nrw.de kann in den Beständen des Stadtarchivs Hilden seit kurzer Zeit auch online recherchiert werden:

archive.nrw Bestände Stadtarchiv Hilden

Damit gehört das Stadtarchiv Hilden auf diesem Gebiet zu den führenden Kommunalarchiven in Nordrhein-Westfalen.

Archivpädagogik und historische Bildungsarbeit

Das Angebot eines historischen Stadtrundgangs für Schulklassen in der Primarstufe im Rahmen des Sachunterrichts erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Jährlich machen etwa 15 Schulklassen von Hildener Grundschulen von diesem Angebot Gebrauch. Sowohl Grundschulen als auch die weiterführenden Schulen schätzen das Stadtarchiv als außerschulischen Lernort.

Die Möglichkeit einer Stadtführung nutzt seit Jahren auch die Bundeswehr (Waldkaserne) für ihre neuen Soldaten in Hilden. Das Stadtarchiv stellt in jedem Jahr Plätze für Praktika von Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulformen (Förderschule, Realschule, Gymnasium) und Studierenden zur Verfügung. 

Ausblick

Das Angebot an Dienstleistungen des Stadtarchivs wird kontinuierlich überprüft und im Dialog mit den Zielgruppen angepasst. Das Stadtarchiv ist ständig bestrebt, seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen, z.B. durch verkürzte Bearbeitungszeiten bei Anfragen aller Zielgruppen. Wegen der großen Nachfrage wird die Erschließung des Fotobestandes im Rahmen der personellen Möglichkeiten bevorzugt vorangetrieben. Die Förderung historischen Lernens ist seit Jahren einer der Schwerpunkte des Stadtarchivs, und zwar mit Schulklassen aller Schulformen und außerschulischen Lerngruppen.

 

Stadtarchiv in Zahlen

Kennzahlen des Produktes Stadtarchiv 040801

 Haushaltsplan 2012

Haushaltsplan 2013

Gesamtaufwand je Einwohner/in

6,20

5,94

Ordentlicher Aufwand je Einwohner/in

3,16

3,12

Ordentlicher Aufwandsdeckungsgrad %

5,60

6,39

Anzahl der Kundenkontakte Archiv

ca. 1.200

ca. 1.200

Personalstellen gesamt

2,17

2,17