Ausbildungsbericht Bachelor of Laws

 

Man macht Abitur, und dann? Es stehen einem viele Möglichkeiten offen, doch die erste große und wichtige Frage ist: Studium oder Ausbildung? Ich habe mir gedacht, dass ich kein Abitur gemacht habe, um dann eine Ausbildung zu beginnen, für die ich mich vielleicht nicht drei weitere Jahre hätte anstrengen müssen. Doch ein Studium war mir gedanklich doch zu groß. Und wie lange soll ich aus finanziellen Gründen weiter bei meinen Eltern leben müssen?

Ich bin am Ende meines dualen Studiums und kann eines mit Überzeugung sagen: Ich habe damals für mich die richtige Entscheidung getroffen. Denn ich habe mich dazu entschieden einfach beides zu machen, in einem dualen Studium im Bereich Bachelor of Laws bei der Stadt Hilden. Während den drei Jahren Ausbildung verdiene ich bereits Geld und bin sogar schon Beamtin auf Widerruf, habe später einen Bachelor-Titel und die Befähigung zu einer Laufbahn im gehobenen nichttechnischen Dienst.

Im Studium an der FH für öffentliche Verwaltung ist es mehr wie in einer Schule als in einer Uni, doch genau das gefällt mir. Man ist nicht einer von 100 anderen in einer Vorlesung sondern hat einen Kursverband von rund 25 Leuten mit dem man durch die drei Jahre geht. Auch wird einem größtenteils der Lehrablauf vorgegeben, was zwar mitunter straff geplant ist, aber es besteht zumindest keine Gefahr Dauerstudent zu werden, weil man sich selbst alles entspannt zurechtlegt.

Ich persönlich konnte am Anfang nichts mit den Rechtswissenschaften anfangen, hatte bis dahin keine Berührungspunkte damit. Doch man lernt sehr schnell, wie man Gesetze liest und juristische Texte verfasst, und zum jetzigen Zeitpunkt macht es Spaß zu sehen, wie gut man sich in der Materie auskennt und wohl fühlt. Neben den Rechtswissenschaften, die 60 Prozent des Lerninhaltes ausmachen, werden noch Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften gelehrt. Wirtschaftswissenschaften fallen denjenigen leichter, denen Mathe und logisches Denken liegt, doch zu denen zähle ich mich bei weitem nicht und habe es trotzdem ans Ende meiner Ausbildung geschafft. Am meisten Spaß gemacht haben mir die Fächer Sozialrecht, Verwaltungsrecht, Zivilrecht, VWL und Ethik. Am Ende des jeweiligen Semesters werden alle Fächer des Semesters abgeprüft, mal schriftlich und mal mündlich. Das wird dann auch mal recht viel auf einmal, doch dafür gibt es am Ende der Ausbildung keine Abschlussprüfung.

Zu 50 Prozent ist man in seiner Ausbildung in Praxisabschnitten in der Stadtverwaltung. Es gibt vier Kernbereiche der Verwaltung (Soziales, Ordnung, Finanzen und Personal) und mir wurde es ermöglicht, alle Bereiche kennen zu lernen, was in Behörden nicht selbstverständlich ist. Es ist jedoch von erheblichem Vorteil, alle Bereiche zu kennen, denn so weiß man am besten, was einem liegt. In den Praxisabschnitten wendet man sein an der FH erworbenes Wissen an und lernt noch viel mehr dazu. Es gibt in jedem Amt einen Ausbilder oder eine Ausbilderin, die sich freundlich und hilfsbereit um einen kümmern. Man lernt, da wo es geht, auch schon den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern kennen.

Ich bin wirklich froh über meine Entscheidung. Die drei Jahre waren wirklich intensiv, doch immer gut. War ich mal gestresst von der FH, habe ich mir gesagt: „immerhin bekommst du Geld dafür“. Oder das Semester war vorbei und man ist wieder in die Praxis gegangen. Wurde das Arbeiten zu viel, stand wieder ein Semester an. Die Abwechslung war sehr erfrischend.

Ich bin auch froh, mich für die Stadt Hilden als Arbeitgeberin entschieden zu haben, denn auch die Verwaltung ist ein gutes Umfeld. Man wird gekannt, es wird sich um einen gekümmert und Sorge dafür getragen, dass es einem aus beruflicher Sicht gut geht.

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