Starkregenvorsorge und Hochwasser

 

In den letzten Jahren haben extreme Regenereignisse zugenommen und zu großen Schäden geführt. Besonders durch Starkregenereignisse wie in Münster (292 Liter pro Quadratmeter in sieben Stunden, 2014) oder Wuppertal (100 Liter pro Quadratmeter in 90 Minuten, 2018) ist das Thema verstärkt in das Bewusstsein von Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft gerückt. Auch die Stadt Hilden war in den letzten Jahren wiederholt in unterschiedlichen Ausmaßen betroffen. Insbesondere die Überflutungen aufgrund der flächigen Regenereignisse am 14.07.2021, bei denen in Hilden bis zu 153 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gemessen wurden, führten uns allen vor Augen, welche Gefahr von Überflutungen ausgehen können. 

Der Kreis Mettmann als für die Stadt Hilden zuständige Untere Wasserbehörde informiert  zum Hochwasserschutz an Gewässern und verweist  auch auf weiterführende Informationen des Landes Nordrhein-Westfalen.
Hier gehts zur Webseite.

Starkregenereignisse sind Auswirkungen des Klimawandels und lassen sich nicht vermeiden. Die Anpassung an diese Folgen ist daher eine zukünftige Aufgabe, die die Stadt Hilden gemeinsam mit allen beteiligten Instanzen und den Bürgerinnen und Bürgern wahrnehmen muss. Neben Überflutungen im Bereich der Gewässer können bei solchen Ereignissen auch Bereiche gefährdet sein, die in Senken oder Mulden der Geländetopographie liegen.

In einem ersten Schritt hat das Tiefbau- und Grünflächenamt in Zusammenarbeit mit dem Ing.-Büro Fischer Teamplan  (Solingen)  ein Handlungskonzept zum Starkregenrisikomanagement mit Starkregengefahrenkarten  für die Stadt erstellt. Dieses Konzept mit den Karten sind Teil der Maßnahmen zur Starkregen- und Überflutungsvorsorge in Hilden.

Das Handlungskonzept finden Sie hier.

Die Starkregengefahrenkarten finden Sie hier.

Mit Hilfe der Karten kann nun geschaut werden, ob vorhandene Grundstücke oder geplante Bauvorhaben eventuell von Überflutungen aufgrund eines Starkregens betroffen wären.  Personen mit Grundeigentum,  Geschäftsleute    und Bauverantwortliche bekommen erste Informationen und können  überlegen, ob sie Vorsorgemaßnahmen zum Objektschutz treffen möchten, um Sach- und / oder Personenschäden zu mindern.

Da die Kapazität öffentliche Entwässerungskanäle beschränkt ist, besteht der effektivste Schutz vor Schäden darin, individuell angepasste Schutzmaßnahmen direkt an gefährdeten Objekten durchzuführen. Es gibt eine Vielzahl technischer, baulicher und auch organisatorischer Maßnahmen, die zum Schutz ergriffen werden können.

Hierfür kann der Leitfaden „Wassersensibel planen und bauen“ der Stadtentwässerungsbetriebe Köln    als allgemein gültiger Leitfaden weiterhelfen, der praktische Hinweise gibt, welche Schwachstellen es auf dem Grundstück, beziehungsweise am Gebäude gegenüber Starkregen, geben könnte. Darüber hinaus wird  aufgezeigt, wie Objekte wirksam vor Schäden durch die Folgen von Starkregen, Rückstau oder Sickerwasser geschützt werden können.
Hier geht es zum Leitfaden.

Ein solcher Leitfaden ist auch einheitlich für das Kreisgebiet Mettmann in Arbeit.

Alle Personen mit Grundeigentum, Geschäftsleute und Bauverantwortliche sollte sich beispielsweise folgende Fragen zum eigenen Grundstück / Gebäude stellen:

  • Sind Grundstück und Gebäude durch Oberflächenabfluss von der Straße, von Nachbargrundstücken oder angrenzenden Freiflächen gefährdet?
  • Kann Oberflächenwasser in den außen liegenden Kellerabgang gelangen?
  • Sind Kellerlichtschächte gegenüber dem Niveau der Straße hoch genug und dicht? 
  • Haben Wege und Zufahrten Gefälle vom Haus weg? Wohin fließt das Wasser? 
  • Gefährde ich durch eigene Baumaßnahmen Nachbarn? Eine Abstimmung untereinander ist immer sinnvoll. 
  • Liegt das Grundstück im natürlichen / gesetzlichen Überschwemmungsgebiet eines Gewässers und kann das Gewässer bis an das Gebäude gelangen? 
  • Liegen Entwässerungsobjekte (Waschbecken, Toiletten, Bodenabläufe) unterhalb der Rückstauebene (in der Regel Kanaldeckelhöhe in der Straße vor dem Gebäude)? 
  • Sind private Schächte oder Reinigungsöffnungen unterhalb der Rückstauebene vorhanden und gegen Rückstau gesichert? 
  • Ist im außen liegenden Kellerabgang ein Bodenablauf? Ist dieser auch gegen Rückstau gesichert? 
  • Sind Pläne von den Entwässerungseinrichtungen des Gebäudes vorhanden?
  • Habe ich eine Elementarversicherung abgeschlossen?

Hieraus folgen dann Vorsorgemaßnahmen, die wie folgt aussehen könnten:

  • Verschließen von Lichtschächten und Kellerfenstern (zum Beispiel mit Abdeckungen oder Glasbausteinen) 
  • Einbau wasser- und druckdichter Kellerfenster
  • Einbau von Schwellen vor bodentiefen Zugängen oder Kellertreppen
  • Einbau von Rückstausicherungen in der Kanal-Hausanschlussleitung
  • Umnutzung von tiefer gelegenen Räumen, um hochwertiges Mobiliar oder Server oder Heizungsanlagen zu schützen

Der Abschluss einer Elementarversicherung ist ein wichtiger ergänzender Baustein der Vorsorgemaßnahmen.   

Das Umweltministerium und das Wirtschaftsministerium des Landes NRW informieren deshalb mit der Verbraucherzentrale NRW und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GdV) über Möglichkeiten der Vorsorge - für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer und Mieterinnen und Mieter, für Unternehmen und Gewerbetreibende sowie für Landwirtinnen und Landwirte.

Information zur Elementar-Versicherung des Umweltministeriums Nordrhein-Westfalen gibt es hier.

Die Verbraucherzentrale NRW hat Broschüren zu den Themen „Alles klar bei Starkregen“ und „Unwetter Gebäude-Check“ veröffentlicht, diese finden Sie hier.


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