Familienbericht 2020 rückt das Thema Gesundheit in den Fokus

 

Kinder sollen gesund aufwachsen – darin sind sich die Hildener Politikerinnen und Politiker einig. Deshalb haben sie am 07.11.2018 im Jugendhilfeausschuss einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung einen neuen Familienbericht erstellt. Die Kernthemen: Armutsprävention, soziale Teilhabe, Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, psychische Gesundheit, Risikobewusstsein und Umweltbildung. „Ziel der Stadt ist es, Chancengerechtigkeit herzustellen, damit junge Menschen sich zu gemeinschaftsfähigen, eigenverantwortlichen Persönlichkeiten entwickeln“, erklärt Jugenddezernent Sönke Eichner. „Dafür wollen wir die Bereiche Gesundheit, Bildung und Jugendhilfe enger miteinander verzahnen.“ Die Befragung findet im Mai/Juni 2019 statt, der Familienbericht soll Mitte 2020 fertig sein.

 Ausgangslage für den Familienbericht 2020 ist der Rapport von 2010. Für diesen befragte die Faktor Familie GmbH der Ruhr-Universität Bochum 2.500 Familien mit Kindern unter 18 Jahren aus Hilden. Eine Erkenntnis aus der Untersuchung war, dass 20 Prozent aller Hildener Familien in armen beziehungsweise armutsnahen Verhältnissen leben. Zwar galt die Stadt Hilden schon damals als „kinder- und familienfreundlich“, viele Angebote waren aber nur wenig bekannt. Der Auswertung folgten Taten: Zum Beispiel gibt es seit 2011 mit dem Familienbüro Stellwerk im Bürgerhaus eine zentrale Anlaufstelle für Familien. Im Familienportal HiKE (www.hilden.de/familienportal) finden Eltern und Jugendliche auf einen Blick alle Informationen, die sie suchen – ämterübergreifend.

 Für den Familienbericht 2020 greift die Stadt einige der Punkte aus 2009 wieder auf: Wie hat sich die materielle Situation der Familien in den letzten zehn Jahren entwickelt? Wie steht es um Bekanntheits- und Zufriedenheitsgrad mit den städtischen Unterstützungsleistungen? Hinzu kommen Fragen rund um das Thema Gesundheitsförderung: Bewegungsangebot, Betreuungssituation, Wohnumfeld & Spielflächengestaltung, Stellenwert von Ernährung und so weiter. „Gesundheit – das ist körperliches, mentales und soziales Wohlbefinden“, begründet Stefanie Walder, Bildungskoordinatorin des Amtes für Jugend, Schule und Sport, die neuen Themen. „Wir möchten herausfinden, wie es den Familien geht und wo Unterstützung gefragt ist“. Dabei fokussiert sich die Befragung diesmal auf Familien mit Kindern zwischen null und zehn Jahren.

 Für den Familienbericht 2020 nimmt die Stadt Hilden insgesamt 72.000 Euro in die Hand. Er soll der Stadt Informationen liefern, die sie braucht, um neue Maßnahmen zu planen und eingeschlagene Wege gegebenenfalls nachsteuern zu können. Der Bericht ist außerdem eine belastbare Legitimation für die Neubewertung der wirtschaftlichen Situation von Hildener Familien sowie für die Drittmittelakquise. „Er ist ein wichtiges Instrument für neue Strategien und zukunftsweisende Familienpolitik in Hilden“, unterstreicht Stefanie Walder.