Hildener Jugendliche rufen den Klimanotstand aus

Hitzige Diskussionen beim Planspiel Kommunalpolitik

 

25 Acht- und Neuntklässler/innen aus Hilden haben am Donnerstag, dem 04.07.2019, beim Planspiel Kommunalpolitik mitgemacht. Die Fragestellung: Soll die Stadt Hilden den Klimanotstand ausrufen? Die Jugendlichen haben sich in vier Fraktionen (SPD, CDU, FDP und Grüne) aufgeteilt, Pro- und Contra-Argumente gesammelt und in einer Ratssitzung diskutiert. 13 Mitglieder stimmten für den Antrag, acht dagegen.

Das Planspiel ist Teil des Kommunalpolitischen Praktikums, das vom 01. bis 10. Juli 2019 in Hilden stattfindet. In der zweiten Woche werden die jungen Teilnehmer/innen den Realitäts-Check machen: Sie besuchen echte Fraktionssitzungen sowie eine Ratssitzung.

 Der Startschuss für das Kommunalpolitische Praktikum ist bereits am Montag, dem 1. Juli 2019, beim Speed Debating mit den Lokalpolitiker/innen gefallen. Neben dem Diskussionsformat stand eine theoretische Einführung in die Kommunalpolitik auf dem Programm. Beim Planspiel konnten die Jugendlichen am Donnerstag selbst aktiv werden.

 Die Acht- und Neuntklässlerinnen haben eine Ratssitzung zum Thema „Klimanotstand in Hilden“ nachgespielt. Zu Beginn wählte die Gruppe eine Bürgermeisterin, die die Sitzung leitet. Dann galt es, Parteien zu finden. Weil fast alle der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Bündnis 90/Die Grünen beitreten wollten, hat der Spielleiter eingegriffen. „Damit das Planspiel funktioniert, ist es wichtig, dass das Größenverhältnis der im Rat vertretenden Parteien in etwa den Realbedingungen entspricht.“

 Im Rahmen des Planspiels haben SPD und Grüne gemeinsam beantragt, den Klimanotstand für Hilden auszurufen. Das Hauptargument der Jugendlichen: „Es geht um die Zukunft und wir müssen so schnell wie möglich etwas für das Klima tun.“ Die Jugendlichen, die im Planspiel CDU und FDP vertraten, hielten dagegen: „Den Klimanotstand auszurufen kostet vor allem Geld. Geld, das wir fürs Klima aber auch für die Digitalisierung in den Schulen investieren können! Es wurde hitzig diskutiert, doch am Ende fiel das Votum der Jugendlichen eindeutig aus: Der Klimanotstand soll ausgerufen werden.

 Bürgermeisterin Birgit Alkenings lobte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihr Engagement, ihre Neugier und das tolle „fraktionsübergreifende“ Teamwork. Die Jugendlichen gehen ebenfalls zufrieden aus dem Planspiel heraus: „Ich fand es sehr cool, mal in die Rolle der Bürgermeisterin zu schlüpfen!“, berichtet Franzi. „Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt und freue mich auf weitere Projekte.“ Am Montag und Dienstag, 08. und 09. Juli 2019, geht es beim Kommunalpolitischen Praktikum mit den Besuchen in den Fraktionen weiter.