Stadt baut Bushaltestellen barrierefrei um

 

v.l. Dr. Andreas Ferlic (Rheinbahn), Dirk Anders (Stadt Hilden), Birgit Alkenings (Bürgermeisterin) und Hermann Nagel (Behindertenbeirat)

In Hilden gibt es 170 Bussteige an insgesamt 78 Haltestellen. 62 der Steige sind bereits vollständig barrierefrei, für 17 ist Straßen.NRW zuständig, zwölf werden nur wenig genutzt. Bleiben 79 städtische Bussteige mit Handlungsbedarf. Den Umbau nimmt das Tiefbau- und Grünflächenamt mit dem Bauprogramm 2019-2023 jetzt schrittweise in Angriff. Ein Bussteig der Haltestelle Grünewald ist planmäßig Ende Juni 2019 fertiggestellt worden. „Das ist ein erfolgreicher Auftakt für die vielen Maßnahmen, die wir in den nächsten vier Jahren umsetzen werden“, freut sich Bürgermeisterin Birgit Alkenings.

 „Wir haben die Busbucht bis an die Kreuzung verlängert und spezielle hohe Busbordsteine eingebaut“, berichtet der städtische Projektleiter Dirk Anders. „Jetzt können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wie zum Beispiel Rollstuhlfahrende selbstständig in den Bus ein- und aussteigen.“ Auch das taktile Leitsystem für sehbehinderte Menschen ist neu.

„Jeder Bussteig hat verschiedene Ausgangvoraussetzungen, auf die wir individuell eingehen müssen“, erklärt der Ingenieur. Bei der Planung müssen die Haltestellenformen, ihre Funktion und Fahrzeugmerkmale, wie beispielsweise Länge und Türposition, berücksichtig werden. „Deshalb war ein enger Austausch zum Beispiel mit dem Behindertenbeirat und mit der Rheinbahn wichtig“, unterstreicht Anders.

 Für die meisten Bussteige wurden verschiedene Versionen diskutiert. Über 200 Pläne hat Dirk Anders seit 2017 gezeichnet und mit der Rheinbahn abgestimmt. „Die Kollegen von der Rheinbahn kennen die Bedürfnisse der Fahrgäste, der Fahrerinnen und Fahrer sowie des Betriebsablaufs am besten“, erklärt Verkehrsingenieur Dirk Anders.

Dr. Andreas Ferlic, Abteilungsleiter Planung Verkehrsanlagen bei der Rheinbahn, bestätigt: „Die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs ist ein zentrales Anliegen der Rheinbahn. Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn auch die Infrastruktur angepasst wird. Die Stadt Hilden ist bei der Umsetzung ganz vorne mit dabei. Die Zusammenarbeit klappt hervorragend!“

 Auch Hermann Nagel, stellvertretender Vorsitzender des Behindertenbeirates, ist zufrieden mit dem Fortschritt des Projekts „Barrierefreie Bushaltestellen“. Der Beirat hat 2008 mit der Stadt Hilden eine Zielvereinbarung getroffen, die unter anderem die barrierefreie Gestaltung der öffentlichen Straßen und Wege vorsieht. Dazu zählen neben den Straßenübergängen auch die Bushaltestellen. Auf den Beschluss folgte das erste Ausbauprogramm von 2010 bis 2012. In Abstimmung mit dem Behindertenbeirat erneuerte das städtische Tiefbau- und Grünflächenamt 34 Bussteige. „Ich freue mich, dass es nun weitergeht“, erklärt Hermann Nagel. „Bis 2023 sollen fast alle Haltestellen barrierefrei sein und Bodenindikatoren für Sehbehinderte haben.“

 Möglich ist das nur durch Fördermittel von Land und Bund. Für 20 Haltestellen wurden der Stadt kürzlich rund 400.000 Euro bewilligt. Die Arbeiten können daher nun ausgeschrieben werden. Die Verwaltung plant, insgesamt rund 4 Millionen Euro Fördermittel zu beantragen. Zusätzlich beteiligt sich Straßen.NRW an den Baukosten, die an Bundes- und Landesstraßen anfallen. Den Eigenanteil der Stadt, 1,195 Millionen Euro, hat der Rat am 13.12.2017 beschlossen. „Gut investiertes Geld“, findet Bürgermeisterin Birgit Alkenings. „Schließlich geht es für viele Bürgerinnen und Bürger um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben!“