Literaturempfehlungen von und für Frauen

 

Im Frauentagsmonat März hat Gleichstellungbeauftrage Kirsten Max einige Frauen dazu eingeladen, ihre aktuellen Lieblingsbücher vorzustellen. 

Kirsten Max  / "IM HEIMWEH IST EIN BLAUER SAAL" von Herta Müller

Die Texte sind aus Wortschnipseln und Bildern klein, fein und klug zusammengestellt. Zuerst schaue ich und staune über die Liebe zum Detail. Dann überlege ich, versuche, den Sinn zu erfassen - es dauert. Plötzlich aus dem Nichts ein Aha-Erlebnis. Die Freiheit, Altbekanntes loszulassen, neu zu mischen und am Ende ist nur noch Poesie. Eine besondere Künstlerin!


Silke Liesenkloß /  "THREE WOMEN - DREI FRAUEN" von Lisa Taddeo

Three Women - Drei Frauen von Lisa Taddeo ist ein kraftvolles, unerschrocken und unkonventionell geschriebenes Buch über weibliche Sexualität. Es geht um Sehnsüchte und Wünsche dreier Frauen. Um ihr Erleben von Lust zwischen Macht, Anpassung und Enttäuschungen sowie die Spuren, die sie hinterlassen. Die Beschreibung von Sophie Passmann trifft es meiner Meinung nach am Besten: „Männer werden dieses Buch lesen und bestürzt den Kopf schütteln, Frauen werden wissend nicken. Three Woman - Drei Frauen ist wahr, tieftraurig und (…) auch noch großartig geschrieben.“ Unbedingt Lesen!


Anke Gasch /   "DIE FRAUEN VOM MEER" von Deniz Selek

Hätte ich Deniz Selek (spricht sich “Sellek”) nicht für die “Federwelt” interviewen dürfen, hätte ich “Die Frauen vom Meer“ wohl nie gelesen. Eine Familiengeschichte mit Themen wie Vertreibung? Die täglichen Nachrichten sind schon schlimm genug, dann doch lieber was ganz Leichtes, Fröhliches ... Aber was hätte ich für ein zutiefst berührendes, ermutigendes, spannendes Buch verpasst!  In “Die Frauen vom Meer” erzählt die Autorin die Geschichte der Frauen ihrer Familie von 1920 bis in die Gegenwart. Es geht um den Verlust der Heimat und das Fremdsein, darum, sich neu orientieren, anpassen und gewöhnen zu müssen. Mit allen Frauen geht man auf eine innere und äußere Reise, lernt ihre Stärken, Schwächen, Ängste, Herausforderungen kennen und auch das, was sie eint: die Liebe zum Meer. Beim Lesen habe ich den Istanbuler Bazar gerochen und gesehen: mit Straßenzügen, in denen nur Stoffe verkauft werden oder Lampen. Und ich habe mit Elisabeth, die einen Türken geheiratet hat, das Türkische Essen kennengelernt und erfahren, mit welcher Hingabe alles zubereitet wird, zum Beispiel Reis in Weinblättern, gebratene Auberginen und Frikadellen, dazu Tomaten, Wassermelone und Joghurt mit Knoblauch. Verzaubert hat mich oft die stellenweise poetische Sprache. „Als das Glück die Jahre noch so randvoll füllte, dass Sorgen und Trauer keinen Platz darin fanden“, schreibt Deniz zum Beispiel einmal. Wo liegen die Wurzeln eines Menschen? Wo gehört er letztlich hin? Wenn man zwei Nationalitäten in sich trägt – oder in verschiedenen Ländern aufgewachsen ist, in denen unterschiedliche Vorstellungen davon herrschen, was richtig ist, wie man sich zu benehmen hat: Muss man sich immer ganz für das bzw. die eine oder andere zu entscheiden? Das und mehr sind Fragen, die der Roman aufwirft. Und auf die Ilayda in der Gegenwart eine Antwort findet. Eine, mit viel Strahlkraft.


Henrike Ludes-Loer, / "GOOD NIGHT STORIES FOR REBEL GIRLS" von Elena Favilli und   Francesca Cavallo

Ein richtiges Mutmach-Buch mit 100 beeindruckenden Geschichten über Frauen, die ihre Träume verwirklicht haben. Trotz der Widerstände ihrer Zeit sind sie Mathematikerinnen, Motocrossfahrerinnen oder Malerinnen geworden. Noch wundervoller als die liebevoll geschriebenen Portraits sind nur die großartigen Illustrationen. Ein Buch zum (Vor)Lesen und Anschauen, von dem wir uns alle inspirieren lassen sollten!


Empfehlungen des Jugendparlaments

Maike Elsen   / „EIN HIMMEL VOLLER BÜCHER“ von Amy Meyerson

"Ein Himmel voller Bücher“ ist ein Buch über einen kleinen Buchladen. Das Leben der Protagonistin wird mit einer Erbschaft auf den Kopf gestellt! Sie muss lernen wie ein Geschäft zu führen ist und nebenbei noch Rätsel von ihrem Onkel zu lösen. Es ist spannend geschrieben und was gibt es besseres als ein Buch über einem charmanten Buchladen mit einer starken Frau, die sich weiterentwickelt und einer Rätseljagd!" 

Lea Koenen / „BITTERFOTZE“ von Maria Sveland

Das Buch der schwedischen Schriftstellerin Maria Sveland handelt von der Mutter eines zweijährigen Sohnes. Aufgrund von Winterdepressionen und Überforderung fliegt sie eine Woche alleine nach Teneriffa. In dieser Woche denkt sie über ihre scheiternde Ehe und das allein gelassen werden als Mutter nach und wie ihr Leben als unterdrückte Frau sie immer mehr zur „Bitterfotze“ macht.

Das Buch fasziniert mich auf vielfache Weise. Der Schreibstil hat mich direkt in das Buch gezogen und ich konnte mich schon mit den ersten Seiten in die Hauptprotagonistin hineinversetzen.

Das Buch legt die unausgesprochenen Rollenverständnisse von Mann und Frau offen. Die unterdrückten Gefühle des Geschlechterkampfes werden in alltäglichen Situationen dargestellt. Schon ich als Jugendliche kann das Selbstmitleid und die Gedanken verstehen, obwohl ich viele Erfahrungen selber noch nicht gemacht haben. Das Buch thematisiert die unterdrückte Wut, die durch die schwer zu erfüllenden Anforderungen an Mütter, aber auch generell an Frauen gestellt werden, entsteht.

Nach dem Lesen musste ich erst einmal tief durchatmen und ich habe lange über die gesellschaftlichen Geschlechterrollen nachgedacht. 

Lea Koenen  / „ELIAS UND LAIA“ von Sabaa Tahir

Der Fantasy Roman hat mich vor allem begeistert, weil Laia im Verlauf der Geschichte eine so starke Persönlichkeit entwickelt und wie weit sie geht, von Liebe angetrieben. Aufgeben existiert für sie nicht und dass unter der „Herrschaft der Masken“, die ihr Leben von jetzt auf gleich zerstört.

Annika Rasche / „DIE GÖTTER VON ASGARD“ von Liza Grim

In die Götter von Asgard wagt die Protagonistin Ray ein Abenteuer und geht mit einer wildfremden Frau von ihrem Studienort in München nach Berlin, um eine berühmte Sängerin zu werden. Doch niemals hätte sie erwartet, dass ihre Reise sie in die Götterwelt führen würde.

Ich mag „Die Götter von Aasgard“, weil eine wunderbare Brücke zwischen unserer Welt und der nordischen Mythologie gebaut wird. Es ist sehr lebhaft und detailreich geschrieben, sodass ich jedes Mal aufs Neue, wenn ich das Buch lese, in eine „fremde Welt“ entführt werde.

Paula Buschmann / „NACHTZIRKUS“ von Erin Morgenstern

In dem Buch „Der Nachtzirkus“ geht es um die Kinder zweier Magier, die von ihren Vätern dazu ausgebildet werden, in einem späteren Kampf zu gewinnen. Sie wissen nichts voneinander, bis sie sich zufällig treffen. Celia, die weibliche Hauptperson, bewirbt sich beim Nachtzirkus, der um die Welt zieht und außergewöhnliche Attraktionen vorführt. Celia und Marco verlieben sich ineinander. Schließlich erfahren sie, dass sie einen Kampf austragen müssen, den nur einer von ihnen überleben wird.

Ich fand das Buch sehr gut, weil es eine phantasievolle Geschichte war, die mit Hilfe interessanter Charaktere erzählt wurde. Die Charaktere hatten alle ihre eigene Geschichte, jeder hatte auf seine Weise ein Problem, das er lösen musste. Auch gab es das ein oder andere Mal einen Denkanstoß und ich habe angefangen Dinge zu hinterfragen, die so ganz alltäglich erschienen. Zum Beispiel ob alles, was wir als Realität empfinden, auch wirklich die Realität ist.