Flüchtlinge in Hilden

Allgemeine Informationen, Zahlen und Fakten zur Lage der Flüchtlinge in Hilden

 

Rund um die Flüchtlingsproblematik tauchen immer wieder Falschinformationen auf. Wir wollen hier die häufigsten Fragen beantworten.

 Muss Hilden überhaupt Flüchtlinge aufnehmen?

Ja, die Unterbringung der Flüchtlinge ist Aufgabe der Länder und Kommunen. Es gibt keine Möglichkeit diese Aufgabe abzulehnen. Die  Verteilung auf die Kommunen erfolgt im Normalfall nach einem bestimmten Schlüssel, dem sogenannten Königsteiner Schlüssel.

Wie viele Flüchtlinge gibt es aktuell in Hilden?

Im Moment leben 439 (Stand 04.08.2016) Geflüchtete in den Hildener Übergangsheimen. In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes im Gebäude der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule stehen 350 Plätze zur Verfügung.  Außerdem wird in dem ehemaligen Internatsgebäuden des Evangelischen Schulzentrums Hilden ein Quartier für 134 Asylsuchende betrieben. 

Woher kommen die Flüchtlinge, die in Hilden leben, und warum sind sie geflüchtet?

Derzeit kommen die Flüchtlinge hauptsächlich aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan und Eritrea. Sie fliehen vor Krieg oder Verfolgung und fürchten dort um ihr Leben.

Wie verläuft das Asylverfahren?

Die Aufnahme in einer Flüchtlingsunterkunft ist der Beginn des Asylverfahrens. Ein Asylverfahren dauert in der Regel mehrere Monate. Die Entscheidung erfolgt durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach einer Anhörung über die Flucht- und Verfolgungsgründe. Wird der Asylbewerber als Asylberechtigter anerkannt, so erhält er eine Aufenthaltserlaubnis für mindestens ein bis drei Jahre.

Wer entscheidet, wie viele Flüchtlinge nach Hilden kommen?

Jedes Land hat eine festgelegte Quote an Asylbegehrenden aufzunehmen (sogenannter Königsteiner Schlüssel, Zuweisung orientiert sich an der Einwohnerzahl und dem Steueraufkommen), um die damit verbundenen Lasten angemessen zu verteilen. Die Festlegung der zuständigen Aufnahmeeinrichtung erfolgt über das bundesweite Verteilungssystem EASY (Erstverteilung der Asylbegehrenden). Die Verteilung auf die Erstaufnahmeeinrichtungen erfolgt durch die Bezirksregierung. 

Wie lange bleiben die Flüchtlinge in Hilden?

Genauso unterschiedlich wie die Fluchtgründe sind auch die Aufenthaltszeiten von Flüchtlingen in Deutschland. Wie lange Flüchtlinge in Hilden bleiben, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Dauer des Asylverfahrens, der Situation im Herkunftsland, der familiären Situation oder auch den gesundheitlichen Umständen. 

Die Geflüchteten, die in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes untergebracht sind, bleiben in der Regel ein bis vier Wochen, bis die Erstuntersuchung, die Registrierung und die Weiterleitung abgeschlossen sind. Danach werden die Menschen in die Gemeinden NRWs verteilt und warten dort in Übergangsheimen auf den Abschluss ihres Asylverfahrens.

Wer betreut Flüchtlinge und Asylsuchende?

In den Übergangsheimen stehen den Zuflucht-Suchenden in Hilden erfahrene Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie run dum die Uhr ein Hausmeisterdienst zur Seite. Die Betreuung der Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Albert-Schweitzer-Schule erfolgt durch die Johanniter, städtische Sozialarbeiterinnen und -arbeiter,  einen Sicherheitsdienst und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. 

Wovon leben die Flüchtlinge?

Asylbewerber erhalten, was sie für das tägliche Leben brauchen. Das Asylbewerberleistungsgesetz regelt ihre Versorgung. Folgende Leistungen sind vorgesehen:

  • Grundleistungen für Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung,  Gesundheits- und Körperpflege, Gebrauchs- und Verbrauchsgüter im Haushalt
  • Taschengeld für persönliche Bedürfnisse im Alltag
  • Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt

Warum arbeiten die Asylbewerber nicht?

Weil sie das nicht dürfen.  Während der ersten drei Monate ihres Aufenthaltes ist ihnen keine Arbeit gestattet. Danach brauchen sie die Genehmigung der Ausländerbehörde, die gemeinsam mit der Arbeitsagentur prüft, ob der Arbeitsplatz vorrangig mit einem deutschen Staatsbürger oder einem EU-Bürger besetzt werden kann. Erst nach 18 Monaten erlischt diese Verpflichtung, so dass die Suche nach einem Arbeitsplatz erst dann realistisch erfolgsversprechend ist.

Dürfen Kinder in die Schule gehen?

In der Regelunterbringung müssen sie sogar. Für sie gilt genau wie für deutsche Kinder die allgemeine Schulpflicht beziehungsweise der Anspruch auf einen Kindergartenplatz und OGS-Betreuung. Dabei lernen sie oft wesentlich schneller Deutsch als ihre Eltern, die keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Integrations- oder Deutschkurs haben, so lange ihr Asylverfahren läuft.

Die Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung sind nicht schulpflichtig. Dennoch ermöglicht die Stadt Hilden zusammen mit einem Team aus Ehrenamtlichen die Versorgung in der Grundschule sowie die weiterführende Beschulung vor Ort.

Wie kann ich konkret helfen?

Wenn  Sie  Sachmittel  oder Geld spenden wollen, finden Sie hier alle Kontaktdaten und Informationen. Für alle, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, haben wir die  Adresse hilfe@hilden.de eingerichtet.

Fragen von Bürgerinnen und Bürgern

Am 20. Februar 2016 hat eine Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger stattgefunden. Die meistdiskutierten Fragen und die Antworten der Stadt sind hier zusammengefasst.