Die Absage des Bundes an eine Temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) auf der A3 zwischen Hilden und Leverkusen Opladen stößt bei den betroffenen Kommunen und IHKs auf deutliche Kritik. Sie halten die TSF mit den erforderlichen baulichen und technischen Anpassungen weiterhin für die sinnvollste und schnell umsetzbare Lösung, um die Leistungsfähigkeit dieser zentralen Verkehrsachse zu erhöhen und zugleich den Flächenverbrauch gering zu halten.
Die beteiligten Kommunen und IHKs haben sich dazu mit einem gemeinsamen Schreiben an Bundesverkehrsminister Bilger gewandt. Darin hinterfragen sie mehrere Argumente der Autobahn GmbH und damit auch des Bundesverkehrsministeriums, benennen fachliche Unstimmigkeiten und fordern transparente Antworten. Sie appellieren an den neuen Verkehrsminister, die Entscheidung grundlegend zu überprüfen und das zugrunde liegende Regelwerk angesichts technischer Entwicklungen, neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, der schnelleren und kostengünstigeren Umsetzung im Vergleich zum Vollausbau sowie des gebotenen schonenden Umgangs mit Fläche neu zu bewerten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die TSF eine gleichwertige Alternative darstellen.
Claus Pommer, Bürgermeister der Stadt Hilden, sagte dazu: „Eine leistungsfähige A3 ist für Hilden und die ganze Region wichtig – für unsere Unternehmen, für Pendlerinnen und Pendler und für alle Menschen, die täglich unterwegs sind. Gleichzeitig wollen wir unsere Freiflächen, unsere Natur und die Lebensqualität in unserer Stadt erhalten. Die temporäre Seitenstreifenfreigabe ist aus meiner Sicht eine gute Lösung: Sie schafft schnell zusätzliche Kapazitäten, nutzt vorhandene Flächen besser und vermeidet neue Versiegelungen. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass der Bund diese Möglichkeit noch einmal prüft und die TSF auf der A3 ermöglicht.“
