Daran beteiligt sind neben der Präventionsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen auch die Gleichstellungsstelle der Stadt Hilden sowie die Spezialisierte Beratung bei sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Weitere Kooperationspartner sind der SKFM Mettmann e.V., donum vitae e.V. Kreis Mettmann und das Jugendparlament Hilden.
„Na, Süße, lächel doch mal!“ – Ist das ein Kompliment oder schon sexuelle Belästigung? Was bedeutet eigentlich „Nein heißt Nein“? Wie funktioniert Verhütung? Und sind Frauen und Männer in Deutschland wirklich gleichberechtigt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich die rund 100 Schülerinnen einen Vormittag lang auseinander.
An vier Stationen konnten die Jugendlichen mit Fachleuten ins Gespräch kommen. Ein Quiz erleichterte den Einstieg, an Stellwänden gab es Informationen zum Mitmachen und Entdecken. Wer sich zusätzlich informieren wollte, konnte sich in einen separaten Raum zurückziehen und dort die Inhalte mit einem digitalen Programm auf den schuleigenen Tablets vertiefen.
Der SKFM Mettmann brachte die Ausstellung „Wir kreiden an - Catcalling ist kein Kompliment“ mit: Originalzitate von anzüglichen Zurufen, die Frauen und Mädchen im Alltag erleben, machen deutlich, wie schnell vermeintliche Komplimente Grenzen überschreiten können.
Am Stand der Gleichstellungsbeauftragten ging es um Gleichberechtigung und die Frage, welche Chancen Frauen heute haben – und wo es noch Nachholbedarf gibt. Das Jugendparlament Hilden ergänzte das Angebot mit der Ausstellung „Die queere Geschichte in Deutschland“ und warb gleichzeitig für gesellschaftliches und politisches Engagement junger Menschen.
Welche Verhütungsmittel gibt es? Was schützt mich vor sexuell übertragbaren Krankheiten? Diese und viele andere Fragen standen im Mittelpunkt der sexualpädagogischen Workshops von donum vitae e.V. Kreis Mettmann Ziel war es, einen geschützten Raum zu bieten, in dem die Jugendlichen Informationen erhalten und sich über ihre eigenen Erfahrungen, Werte und Normen in Bezug auf Sexualität, Liebe und Moral austauschen. „Uns war wichtig, dass die Schülerinnen alles ansprechen können, was sie zum Thema bewegt“, sagt Karen Holle, Beraterin von donum vitae e.V. Kreis Mettmann.
Das Konzept kam bei den Schülerinnen gut an. Viele nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die im Unterricht oder zu Hause aus Unsicherheit oder Scham häufig nicht angesprochen werden.
Für die Theresienschule gehört Präventionsarbeit fest zum Schulprofil. „Wir möchten junge Menschen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich stärken. Solche Projekttage geben unseren Schülerinnen wichtige Orientierung und Fähigkeiten für ihr weiteres Leben“, sagt Lehrerin Nadine Santos. Prävention beginne deshalb bereits in den unteren Jahrgangsstufen.
Auch die Präventionsstelle der Stadt Hilden zieht eine positive Bilanz. „Wir wollten Mut machen, informieren und zeigen, an wen sich junge Menschen wenden können – für sich selbst oder für andere“, erklärt Jenny Riegel. „Wenn Jugendliche wissen, wo sie Unterstützung finden, haben wir viel erreicht.“
Nach der erfolgreichen Premiere soll „Let's Talk about it“ nun auch anderen Schulen offenstehen. Die Präventionsstelle möchte das Pilotprojekt gemeinsam mit interessierten weiterführenden Schulen weiterentwickeln und damit möglichst vielen Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu wichtigen Präventionsthemen ermöglichen.

