Wo finden Betroffene nach einer sexualisierten Gewalterfahrung Unterstützung? Und wie können mögliche Spuren gesichert werden, wenn eine Anzeige zunächst noch nicht in Frage kommt? Mit einer kreisweiten Aktion machen die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Mettmann gemeinsam mit dem SKFM Mettmann e. V. auf die Möglichkeit der Anonymen Spurensicherung nach Sexualstraftaten aufmerksam.
Auch in Hilden hat die Gleichstellungsstelle Mitte September fünf der auffälligen Bodenaufkleber angebracht. Sie befinden sich gut sichtbar an Orten, die öffentlich zugänglich und stark frequentiert sind: an der Sitzgelegenheit an der Itter hinter dem Rathaus, am Warrington-Platz an der Gewaltschutzbank, am Nahversorgungszentrum Hilden-Ost, am Bahnhof, auf dem Nové-Město-Platz und am St. Josefs Krankenhaus der GFO Kliniken Mettmann-Süd.
Die vom SKFM Mettmann entwickelten Sticker informieren über die Möglichkeit der Anonymen Spurensicherung - zum Beispiel im St. Josefs Krankenhaus - und verweisen über einen QR-Code direkt auf weiterführende Informationen und Beratungsangebote.
Die Anonyme Spurensicherung ermöglicht es Betroffenen einer Sexualstraftat, mögliche Tatspuren zeitnah sichern zu lassen, ohne unmittelbar Anzeige erstatten zu müssen. Die Spuren werden vertraulich aufbewahrt. Betroffene können dadurch in Ruhe entscheiden, ob und wann sie rechtliche Schritte einleiten möchten. Das Angebot steht allen Betroffenen sexualisierter Gewalt offen.
„Gerade nach einer Gewalterfahrung brauchen Betroffene Zeit, Sicherheit und verlässliche Unterstützung. Die Möglichkeit einer anonymen Spurensicherung kann dazu beitragen, wichtige Beweise zu sichern und den Druck einer sofortigen Entscheidung zu nehmen“, erklärt Gleichstellungsbeauftragte Kirsten Max.
Weitere Informationen zur Anonymen Spurensicherung, zu den kooperierenden Kliniken sowie zu Beratung und Begleitung gibt es beim SKFM Mettmann e. V. unter skfm-kreis-mettmann.de/angebote/gewaltschutz-und-praevention/anonyme-spurensicherung.

