Zum Schutz vor Verkehrslärm und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Schülerinnen und Schüler, Radfahrende und Fußgänger*innen erweitert die Stadt Hilden die Tempo 30-Bereiche im Stadtgebiet. In diesen Tagen beginnt die Stadtverwaltung mit der Einrichtung der entsprechenden Verkehrszeichen. Sobald die Beschilderung installiert ist, gilt dort die neue Höchstgeschwindigkeit.
Die Maßnahme betrifft zunächst die Hochdahler Straße, Gerresheimer Straße und den Straßenzug Lindenstraße / An den Linden / Erikaweg / Lehmkuhler Weg. Ziel ist es, die Lärmbelastung für die Anwohnerinnen und Anwohner spürbar zu reduzieren. Für den Straßenabschnitt Ellerstraße, Benrather Straße und Klotzstraße sowie für die Kirchhofstraße liegt die Zuständigkeit bei Straßen.NRW. Die Stadt Hilden hat die entsprechende Anordnung hierfür im April 2026 an den Landesbetrieb versendet.
Lärmaktionsplan als Grundlage
Grundlage der ganztägigen Tempo-Reduzierung auf 30 km/h ist der fortgeschriebene Lärmaktionsplan der Stadt Hilden, den der Rat im Jahr 2024 beschlossen hat. Seine Fortschreibung ist gesetzlich vorgeschrieben und basiert auf europäischen Vorgaben zur Reduzierung von Umgebungslärm. Viele Bürger*innen haben sich im Rahmen der Beteiligung ausdrücklich für Maßnahmen zur Lärmminderung ausgesprochen.
Sorgfältige fachliche Prüfung
Die Stadt hat die betroffenen Straßenabschnitte im vergangenen Jahr fachlich geprüft. Grundlage der Prüfung waren bundesweit einheitliche Vorgaben für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen. Bei der Abwägung wurden sowohl die Lärmsituation als auch die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss bewertet.
Die Geschwindigkeitsreduzierung betrifft auch Teile der Hauptverkehrsstraßen, die von Norden oder Süden in die Innenstadt hinein bzw. aus ihr herausführen.
Eine Ausnahme bildet die Verbindung von Westen nach Osten und umgekehrt über den Straßenzug über Düsseldorfer Straße, Benrather Straße, Berliner Straße und Walder Straße. Sie bleiben aufgrund ihrer Funktion im überörtlichen Verkehrsnetz sowie des breiten, teilweise vierspurigen Straßenquerschnitts zunächst weiterhin bei Tempo 50.
Insbesondere die an die Berliner Straße angrenzende Wohnbebauung ist zudem bereits weitgehend nach modernen Lärmschutzstandards errichtet.
Auswirkungen von Tempo 30
Tempo 30 bringt mehrere Vorteile für die Menschen in Hilden:
- Weniger Lärm: Die Zahl der Menschen, die hohen Lärmbelastungen von über 70 dB(A) ausgesetzt sind, sinkt deutlich.
- Bessere Luft: Gleichmäßigere Fahrweisen mit weniger starkem Beschleunigen reduzieren Schadstoffemissionen.
- Mehr Sicherheit: Mehr Reaktionszeit, kürzere Anhaltewege und geringere Aufprallkräfte können Unfallfolgen deutlich verringern.
- Stärkerer Radverkehr: Niedrigere Geschwindigkeiten erleichtern das sichere Miteinander auf der Fahrbahn und
- erhöht dadurch das subjektive Sicherheitsgefühl und auch die Aufenthaltsqualität auf den Bürgersteigen entlang der Straßen.
Ein häufig geäußerter Punkt betrifft mögliche längere Fahrzeiten. Ein Vergleich auf einer typischen innerstädtischen Strecke – von der Gerresheimer Straße/Nordring bis zur Tiefgarage der Sparkasse – zeigt jedoch: Die Unterschiede bleiben gering. Mit dem Auto dauert die Fahrt bei Tempo 30 im Durchschnitt nur etwa eine Minute länger, im öffentlichen Nahverkehr ein bis zwei Minuten. Für Radfahrende ergibt sich keine Veränderung.
Die Ampelschaltungen bleiben zunächst unverändert. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung hat die Temporeduzierung keine spürbaren Auswirkungen darauf, wie gut die Grünphasen erreicht oder genutzt werden können. Hintergrund ist, dass sich der Verkehr durch geringere Geschwindigkeiten und weniger Stop-and-Go insgesamt gleichmäßiger verteilt. Unabhängig davon plant die Stadt, im Jahr 2027 alle Ampelanlagen im Stadtgebiet neu zu berechnen und – wo erforderlich – anzupassen.
„Tempo 30 ist eine wirksame Maßnahme, um die Lärmbelastung für viele Menschen spürbar zu reduzieren und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen – bei nur geringen Auswirkungen auf die Fahrzeiten“, fasst der Technische Beigeordnete Peter Stuhlträger zusammen.
Einordnung
Die Maßnahme passt zu den Zielen der Stadt, den Verkehr insgesamt ausgewogener zu gestalten. Auch das Mobilitätskonzept, das der Rat im Februar 2025 beschlossen hat, verfolgt diesen Ansatz.
Ausblick
Die Umsetzung erfolgt nun schrittweise bis zum 05.06.2026. Auf der Hochdahler Straße sowie der Gerresheimer Straße, auf denen bereits nachts Tempo 30 gilt, werden die entsprechenden Zusatzschilder entfernt. In allen anderen Bereichen stellt die Stadt auf ihren Straßen neue Verkehrszeichen auf.
Die Maßnahmen im Bereich Ellerstraße, Benrather Straße und Klotzstraße sowie in der Kirchhofstraße erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt durch Straßen.NRW nach weiterer Prüfung.
Eine Übersichtskarte ist online unter www.hilden.de/tempo30 abrufbar.

